Experiment Dobostorte und Cremeschnitten

Dobostorte

Die Dobostorte ist die wohl bekannteste ungarische Torte, erfunden 1885 vom Konditormeister József Dobos. Sie besteht aus acht Schichten Biskuit, bestrichen mit einer Schokoladencreme sowie einer Karamellglasur und gilt als Paradestück für Könner. Schon lange wollte ich dieses Rezept ausprobieren, doch habe ich mich immer davor gescheut. Vielleicht ist gerade jetzt, während dem Lockdown, auch für dich die richtige Zeit, dich selber in der Backstube herauszufordern.


Das Rezept ist von Betty Bossi, aus dem Buch «Kuchen, Cakes und Torten».

Die Zutaten und Mengenangaben findet man hier.


Da ich noch nie eine richtige Torte mit Schichten und allem Drum und Dran gebacken hatte, plante ich einen ganzen Sonntagnachmittag für dieses Unterfangen ein.

Mit der Zubereitung des Biskuitteiges war es glücklicherweise ein simpler Start, auch wenn ich ein wenig irritiert ob der relativ klebrigen Konsistenz dieser Masse war.

Damit man den Teig exakt in zwei Quadrate der gleichen Masse aufteilen kann, empfiehlt es sich, ihn vorher abzuwiegen. So kann man sichergehen, dass er «gehälftelt» wird.


Das Umstürzen des Teiges und das (langsame!) Abziehen des Backpapiers, gelang erstaunlich gut. Falls das Biskuit an manchen Stellen etwas einreisst: diese Lage kann man als eine der mittleren Schichten verwenden und es fällt schlussendlich gar nicht mehr auf und die Torte fällt hoffentlich auch nicht zusammen.


Beim Schmelzen der Schokolade zusammen mit der Butter für die Füllung, erfreute ich mich daran, wie schnell alles ging. Hier wäre jedoch langsam der richtige Weg gewesen…

Das Wasserbad darf nicht zu heiss werden, um eine zu flüssige Schokoladencreme zu verhindern.

Falls dies doch nicht gelingt, kann man die, dann wohl eher Sauce, einfach für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen und sich in dieser Zeit der Garnitur widmen.

Diese war für mich die grösste Herausforderung. Karamellisieren von Zucker ist nicht ganz einfach. Darum hier ein paar Tipps: Den Zucker gleichmässig und dünn in eine fettfreie Pfanne streuen. Diese auf der höchsten Stufe erwärmen. Dabei nicht umrühren, sondern die Pfanne leicht hin und her schwenken, so verhindert man die ungleichmässige Erwärmung des Zuckers und ein Anbrennen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dies bei mir geklappt hat oder ob eine Karamellgarnitur so bitter schmecken muss.


Das Karamell sollte man sofort auf die Biskuitschicht giessen, die man vorher vorzugsweise auf ein Backpapier oder Ähnliches gelegt hat. Dabei muss man aufpassen, dass die Glasur nicht auf den Seiten wieder hinunterläuft.

Das Zusammensetzen und Aufschichten der Torte ging «wie im Schnurz» und beim Bedecken der Seiten der Mandeln sollte man sich nicht davor scheuen, sich die Finger dreckig zu machen.


Auch wenn man genug Zeit einplanen sollte, die grösste Schwierigkeit des «Experiment Dobostorte» war eigentlich der Mangel an Schüsseln für das Mischen der Zutaten. Ansonsten wurde die Torte ihrem Ruf als «Meisterstück für Könner» meiner Meinung nach nicht gerecht, ausser das Können bezieht sich auf das Schneiden des Kuchens. Das Karamell wird ziemlich hart.


Und auch wenn die Torte nicht so aussieht wie eine, die man in der Auslage einer Konditorei findet, geschmeckt hat sie trotzdem.


Cremeschnitten


Wer seine Backkünste nicht ganz so arg auf die Probe stellen möchte, für den gibt’s noch ein Rezept für Cremeschnitten. Gar nicht so schwer wie man es vielleicht glaubt…!


Zutaten (für 8 Stück):


1 ausgewallter Blätterteig (ca. 25 x 42 cm)

100 g Puderzucker

1 EL Milch

5 Blatt Gelatine

1 Vanillestängel

3 dl Milch

100 g Zucker

2 Eier

1 Prise Salz

1 dl Vollrahm


Zubereitung:


Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Den Teig mit Backpapier auf ein Blech ziehen und sehr dicht mit einer Gabel einstechen, damit er sich nicht aufbläht.

Ca. 17 Minuten in der unteren Hälfte des Ofens backen. Sofort nach dem Herausnehmen ein zweites Backblech auf den Blätterteig legen und diesen etwas flachdrücken. Nach dem Auskühlen den Teig längs in sechs gleich breite Streifen schneiden.


Den Puderzucker und die Milch zu einer dickflüssigen Glasur verrühren (lieber zu wenig Milch als zu viel) und mit einem Pinsel oder Löffelrücken auf zwei der sechs Teigstreifen verteilen.

Die Gelatine ca. 5 Minuten in kaltem Wasser einlegen (man kann sie aber auch einfach so lange im Wasser lassen, bis die restliche Creme bereit ist).


Den Vanillestängel längs aufschneiden und die Samen auskratzen. Milch, Zucker, Eier und Salz mit dem Vanillestängel und den Vanillesamen in einer Pfanne mit dem Schwingbesen verrühren und unter ständigem Rühren bis kurz vors Kochen bringen. Danach die Pfanne sofort von der Herdplatte nehmen und die abgetropfte Gelatine unter die heisse Creme rühren. Die ganze Masse durch ein Sieb in eine Schüssel giessen. Klarsichtfolie direkt auf die Creme legen, auskühlen lassen und dann kühl stellen, bis die Creme am Rand leicht fest ist, bzw. bis sie so fest ist, dass man sie auf dem Blätterteig verteilen kann.


Den steifgeschlagenen Rahm unter die Creme ziehen und die Hälfte davon entweder mit einem Spritzsack oder mit einem Löffel auf zwei Teigstreifen verteilen. Je einen Teigstreifen darauflegen, die restliche Creme verteilen und am Schluss mit dem glasierten Blätterteig bedecken. Zugedeckt ca. 4 Stunden kühl stellen.


Vor dem Essen in acht Cremeschnitten schneiden. Die Cremeschnitten schmecken frisch am besten, da der Teig dann noch schön knusprig ist.


Maya Bossi (Extern)

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