Filmkritik: Die Netflix-Ninjas in Aktion

Aktualisiert: Aug 17

Mars Murs


Jumanji: Welcome to the Jungle


Der Spielfilm Jumanji dreht sich um vier Jugendliche, welche beim Nachsitzen in ein Videogame transportiert wurden und nun dort um ihr Überleben kämpfen müssen. Damit sie das Spiel verlassen können, wird ihnen die Aufgabe auferlegt, den Fluch von Jumanji aufzuheben. Dabei wird offensichtlich, dass das Konzept des Filmes wohl von einem «Suchti» (welche man auch ab und zu in unseren ersten Jahrgängen antreffen kann) entwickelt worden sein muss. Im Mittelpunkt des Filmes stehen der nerdige Aussenseiter Spencer, der dümmliche Footballplayer Fridge, die handy-süchtige Insta-Möchtegern-Influencerin Bethany und die verschlossene, zukunftsorientierte Martha. Wie durch die Auswahl der Hauptdarsteller bereits ersichtlich wird, arbeitet der Blockbuster häufig mit Stereotypen und baut auch entsprechend seine Storyline darauf auf.


Der Anfang erinnert etwas an „Breakfast Club“ mit einem modernen Touch. Trotz der Stereotypen ist er jedoch unterhaltsam und packend genug, um nicht direkt zur neuesten Episode «The Witcher» umzuschalten. Die Geschichte entwickelt sich anschliessend - mit einigen humoristischen Szenen, bei denen nicht selten das Fremdscham-Level hochgepumpt wird – zu einem gemütlichen Abendteuer-Film. Etwas unrealistisch ist die scheinbar übernatürliche Fähigkeit aller Charaktere durch etwa 15-Sekündige Motivational-Speeches ihre Gegenüber von verzweifelten Versagern in hoffnungsvolle Helden mit Selbstvertrauen zu verwandeln. Alles in allem ist der erste Jumanji-Film aber eine unterhaltsame Wahl für einen bequemen Abend mit Freunden. Jumanji enthält auch viele Prominente, unter anderem Dwayne „the Rock“ Johnson (der selbst mit 45 Jahren noch unverändert vor Muskelmasse strotzt), Kevin Heart (der unverändert mit seinen Comedy-Künsten überzeugt), Nick Jonas (der selbst auf der Leinwand unverändert alle Herzen seiner Fangirls und -boys erobert) und noch viele weitere bekannte Gesichter.



To all the Boys: P.S. I Still Love You


Bei dieser Liebeskomödie handelt es sich um die Fortsetzung von To all the Boys I’ve Loved before, in welchem die 16jährige Lara Jean durch einen Streich ihrer Schwester, bei dem diese an alle bisherigen Schwärme von Lara Jean Liebesbriefe versendet, schlussendlich mit dem beliebten Peter Kavinski zusammenkommt. Nach dem Erfolg des ersten Filmes entschied sich Netflix, eine Fortsetzung zu drehen: To all the Boys: P.S. I Still Love You – Leider.


Der zweite Film dreht sich hauptsächlich um die (eher absurden) Beziehungsprobleme von Peter und Lara Jean, welche sich schliesslich in die Arme von John Ambrose, einem weiteren (Ex-)Schwarm, flüchtet. Im Vergleich zum ersten Film weisst der zweite Teil definitive Qualitätseinbrüche auf. Das Love-Triangle, das Liebesdrama und die vermeintlich flatterhaften Gefühle von Lara Jean wirken wenig überzeugend und sorgen bereits während den ersten zehn Minuten für mehrere emotionale Würgereflexe.

Also: Ausser es handelt sich bei dir um eine 12-jährige Romantikerin mit hoher Toleranz-Grenze, raten dir die Netflix-Ninjas schleunigst von diesem Film ab.


KKNews

Schülerzeitung der Kantonsschule Küsnacht