Früher und Heute - Veränderungen an der KKN

Aktualisiert: Apr 15


Unsere Lehrer René Tschanz, Reto Jäger, Martin Steiger und Fritz Baumann gingen alle einst selber an der KKN zur Schule. Sie erzählen wie es früher war an der Kantonsschule - mit lustigen Antworten und schönen, aber auch peinlichen Erinnerungen an ihre Schulzeit.


Was sind die Unterschiede der Kanti Küsnacht von früher zu heute?


R. Jäger: «Als ich in die Schule ging, gab es sogenannte «Baracken». Jede Klasse war in je eine Baracke untergebracht, sie waren also eine Art Klassenzimmer. Für die speziellen Fächer wie Sport und Naturwissenschaften gab es spezielle Zimmer. Die Baracken verliehen der Schule eine Art Dorfcharakter. Heute besteht die Schule aus grossen Gebäuden mit vielen Schulzimmern. Wir absolvierten die Matur im Februar, also hatten wir ein halbes Jahr mehr Zeit. Heute gibt es auch viel mehr Wahlmöglichkeiten als früher. In der Volleyball-Nacht haben wir zum Teil bis um 5 Uhr morgens gespielt. Es gab auch eine Filmnacht, an der die ganze Schülerschaft zusammen in der Semihalle eine Nacht lang Filme schaute - auf grossen Matten.»


M. Steiger: «Der Sportunterricht fand in der Semihalle statt. Die kleine Küche in der Semihalle war die Garderobe - mit einer winzigen Dusche. Wir hatten noch am Samstagmorgen Unterricht, sehr müde, da wir am Freitagabend in den Ausgang genossen hatten. Wir erhielten nur eine kantonale Matur, heute bekommt man eine eidgenössische Matur. Es gab kein Untergymi und zudem nur vier Klassen pro Jahrgang, in denen jeweils drei Klassen das musische Profil belegten und eine Klasse das Neusprachliche Profil. Was natürlich insgesamt deutlich weniger Schüler*innen ergab. »


R. Tschanz: «Hauptsächlich geändert hat sich die Grösse der Schule. Während es zu meiner Schulzeit nur etwa 300 Schülerinnen und Schüler waren, sind es heute etwa 550. Obwohl die Schule nach wie vor versucht überschaubar und familiär zu bleiben, ist es schwieriger persönlich und verbindend zu sein.»


Was hat sich an der Schülerschaft verändert?


F. Baumann: «Das ist eine sehr schwierige Frage, weil man das natürlich nicht pauschal sagen kann. Sicher anders geworden ist der Handygebrauch, der heute eine zentrale Rolle spielt. Zudem haben wir weniger Schüler*innen von der anderen Seeseite.»


R. Tschanz: «Durch das Angebot eines immersiven Langgymis hat sich meiner Ansicht nach auch unsere Schülerschaft verändert. Während früher eher gegenwartsbezogene Genussmenschen die Kanti besuchten, sind es heute mehr auf Zukunft oder gar Karriere fokussierte Leistungstypen. Heute fragen die Schüler: Was bringt mir das? Kommt das in der Prüfung? Früher war eher wichtig, was man nach der Schule zusammen noch unternehmen könnte.»


R. Jäger: «Heute sind eher zielorientierte Schüler*innen an der Schule, wir haben das Semi eher besucht aus Interesse. Früher habe ich unsere Schülerschaft sehr politisch erlebt, wir haben sehr viel diskutiert, waren sehr kritisch und haben auch Sachen organisiert. Ich erlebe unsere Schülerschaft als weniger politisch, obwohl man Sagen muss das die Klimaaktionen etwas bewegt haben und die Schüler*innen ein wenig politisiert hat.»


Haben sie früher in der letzten Reihe gesessen? Wenn ja, haben Sie Dummheiten gemacht?


M. Steiger und R. Jäger lachen beide und sagen: «Ja, beides, aber mehr in der letzten Reihe gesessen als Dummheiten gemacht.»


Haben sie schon einmal eine Strafstunde bekommen?


M. Steiger: «Strafstunden gab es bei uns noch gar nicht so richtig. Aber ich weiss noch, dass ich einmal aufs Rektorat zitiert wurde und dort antraben musste. Das ist etwa vergleichbar mit einer Strafstunde.“


R. Jäger: «Ich habe einmal eine Strafstunde bekommen. Ich musste nachsitzen bei meinem Geschichtslehrer, Herrn Durrer. Leider weiss ich nicht mehr, weshalb und was ich tun musste.»


Was halten Sie von Digitalisierung? Wie beurteilen Sie diese?


R. Tschanz: «Die Digitalisierung abstrahiert zunehmend Alltägliches, so dass wir zwar über viel mehr ein bisschen etwas wissen, es aber nicht oder viel zu wenig mit uns in Zusammenhang bringen. Man schaut einen Film oder liest über etwas, statt es selbst zu erleben. Ich bin froh, dass unser Sportunterricht analog bleiben muss, weil er sonst absurd wird. Die Zielorientierung der Schüler*innen und die zunehmende Digitalisierung haben gemäss meiner Erfahrung leider eine ungünstige Wechselwirkung: Man lernt lernzielgesteuert und zweckorientiert für die Prüfung, nur um nachher vieles wieder zu vergessen. Wissen wird somit nicht vernetzt oder verinnerlicht, sondern bleibt ein Fremdkörper. So wie das Handy für viele Leute zum externen Gehirn wird, werden Inhalte ausgelagert und entpersonalisiert. Ohne Strom verliert das Handy massiv an Wert, weil es dann nur noch ein Gerät ist. Und Wissen macht nur Sinn, wenn es uns jederzeit zur Verfügung steht und uns in den verschiedensten Situationen weiterhelfen kann. Nur so kommen wir von der Theorie in die Praxis und vom Wunsch zur Wirklichkeit.»


M. Steiger: «Sie hat sicher gute Aspekte und schlechte Aspekte. Ohne Papier geht es nicht, das Tablet ist eine gute Ergänzung, aber nur digital ist für mich keine Option.»


R Jäger: «Die Frage ist welche Arbeit sollte uns die Digitalisierung abnehmen? Selbstverständlich ist sie ein Vorteil, denn sie nimmt uns viele mühsame Arbeit ab. Die Infos, die man weltweit austauschen kann, ist sehr toll. Wir haben Zugang zu Bildern und Videos. Es ist eine riesige Chance, doch es ist schwierig, Relevantes herauszufiltern, sodass wir überfordert sind mit dem, was wir alles vor uns haben.»


F. Baumann: «Sinnvoll eingesetzt ist sie sehr praktisch. Digitale Medien sollten aber immer der Vermittlung der Bildung nützen und kein Selbstzweck sein. Ich finde vor allem das Internet nützlich und ein unglaublicher Wissensschatz.»


Was hat sich für Sie persönlich geändert von früher zu heute?


M. Steiger: «Klar war es ruhiger früher mit den kleineren Klassen. Für mich ist es eine wichtige Qualität einer Schule, wenn sie kleiner ist. Man sollte sich gegenseitig kennen, dann fühlt man sich wohler und lernt auch leichter. Aber das zusätzliche Untergymi ist ein wichtiger Bestandteil der Schule. Auch das ist eine Qualitätsfrage.»


R. Jäger: « Es ist zwar toll, dass wir viele neue Schüler*innen haben, und auch das Untergymi, aber die Klassen haben eindeutig zu viele Schüler. Wir hatten 18er Klassen, dies war ein Vorteil, denn so hatte man mehr Chance, um sich mündlich zu melden.»


R. Tschanz: «Unser Fokus verschiebt sich von der zwischenmenschlichen zur globalen Wahrnehmung. Man kennt viele News und Details aus der ganzen Welt, kann damit aber nichts anfangen. Darf ich mein Sandwich geniessen, wenn andere Hunger leiden? Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich an eine Solidaritätsdemo für eine mir unbekannte Person gehe? Gleichzeitig verpasst man Veränderungen in nächster Umgebung und kann darum nicht adäquat darauf reagieren, obwohl das Hier und Jetzt die einzige Möglichkeit bietet, um wirklich zu handeln. Aus diesem Grund wünsche ich mir mehr lokale Gegenwart, gefüllt mit Emotionen: Zeit mit leibhaftigen Freunden zu verbringen, etwas unternehmen, sich zusammen ärgern oder freuen, lachen oder weinen, Grenzen ausloten, Gegensätze kennenlernen, auf die Nase fallen und wieder aufstehen, sich kritisieren, aber auch ermutigen und mit viel Humor immer weitermachen. Dies führt zu realen Herausforderungen mit Ergebnissen statt virtuellen Aufgaben mit willkürlichen Noten. Eigentlich alles Dinge, die zum Glück nicht digitalisiert werden können, eng mit der Natur des Menschen verknüpft, was aber leider momentan massiv erschwert ist.»


Haben sie noch alte Fotos oder Erinnerungsstücke an ihre Schulzeit? Wenn ja welche?


M. Steiger: «Ich habe wahrscheinlich schon ein paar Fotos und Zeugnisse, aber nicht so viele. Heute hätte man viel mehr Fotos. Man konnte die Fotos vom Klassenlager bestellen. Aber insgesamt habe ich wohl nur etwa 30-40 Fotos.»


R. Jäger: «Ich werde schon irgendwo Fotos haben, aber nur sehr wenige. Das ist auch wieder mit der Digitalisierung, heute hätte man viel mehr Fotos als früher. Man muss das Foto machen, den Film entwickeln und die noch aufbewahren.»


Was ist ihre schönste, welches Ihre peinlichste Erinnerung an ihre Schulzeit?


R. Jäger: «Eine ganz schöne Erinnerung ist die Maturreise nach Korsika, auf der wir wunderschöne gregorianische Gesänge gehört haben in einer Kirche. Wir haben unter freiem Himmel am Meer übernachtet. Daran erinnere ich mich sehr gerne. Peinliche ist die Erinnerung daran, dass ich einmal die französischen Vokabeln nicht gelernt habe - und alle meine Klassenkammeraden begonnen haben, die Tische auseinanderzuschieben, und auf meine Frage, was los sei, haben sie gesagt es gibt eine Prüfung. Die Baracken hatten jeweils zwei Türen, eine erste in einen Vorraum und dann die zweite ins Klassenzimmer. Als ich die Französischlehrerin habe kommen sehen und sie durch die erste Tür hineingekommen ist, habe ich mein Zeug auf den Tisch geschmissen und bin aus dem Fenster geflüchtet, weil ich keinen anderen Ausweg mehr wusste.“Unsere Lehrer René Tschanz, Reto Jäger, Martin Steiger und Fritz Baumann gingen alle einst selber an der KKN zur Schule. Sie erzählen wie es früher war an der Kantonsschule - mit lustigen Antworten und schönen, aber auch peinlichen Erinnerungen an ihre Schulzeit.»


Was sind die Unterschiede der Kanti Küsnacht von früher zu heute?


R. Jäger: «Als ich in die Schule ging, gab es sogenannte «Baracken». Jede Klasse war in je eine Baracke untergebracht, sie waren also eine Art Klassenzimmer. Für die speziellen Fächer wie Sport und Naturwissenschaften gab es spezielle Zimmer. Die Baracken verliehen der Schule eine Art Dorfcharakter. Heute besteht die Schule aus grossen Gebäuden mit vielen Schulzimmern. Wir absolvierten die Matur im Februar, also hatten wir ein halbes Jahr mehr Zeit. Heute gibt es auch viel mehr Wahlmöglichkeiten als früher. In der Volleyball-Nacht haben wir zum Teil bis um 5 Uhr morgens gespielt. Es gab auch eine Filmnacht, an der die ganze Schülerschaft zusammen in der Semihalle eine Nacht lang Filme schaute - auf grossen Matten.»


M. Steiger: «Der Sportunterricht fand in der Semihalle statt. Die kleine Küche in der Semihalle war die Garderobe - mit einer winzigen Dusche. Wir hatten noch am Samstagmorgen Unterricht, sehr müde, da wir am Freitagabend in den Ausgang genossen hatten. Wir erhielten nur eine kantonale Matur, heute bekommt man eine eidgenössische Matur. Es gab kein Untergymi und zudem nur vier Klassen pro Jahrgang, in denen jeweils drei Klassen das musische Profil belegten und eine Klasse das Neusprachliche Profil. Was natürlich insgesamt deutlich weniger Schüler*innen ergab.»


R. Tschanz: «Hauptsächlich geändert hat sich die Grösse der Schule. Während es zu meiner Schulzeit nur etwa 300 Schülerinnen und Schüler waren, sind es heute etwa 550. Obwohl die Schule nach wie vor versucht überschaubar und familiär zu bleiben, ist es schwieriger persönlich und verbindend zu sein.»


Was hat sich an der Schülerschaft verändert?


F. Baumann: «Das ist eine sehr schwierige Frage, weil man das natürlich nicht pauschal sagen kann. Sicher anders geworden ist der Handygebrauch, der heute eine zentrale Rolle spielt. Zudem haben wir weniger Schüler*innen von der anderen Seeseite.»


R. Tschanz: «Durch das Angebot eines immersiven Langgymis hat sich meiner Ansicht nach auch unsere Schülerschaft verändert. Während früher eher gegenwartsbezogene Genussmenschen die Kanti besuchten, sind es heute mehr auf Zukunft oder gar Karriere fokussierte Leistungstypen. Heute fragen die Schüler: Was bringt mir das? Kommt das in der Prüfung? Früher war eher wichtig, was man nach der Schule zusammen noch unternehmen könnte.»


R. Jäger: «Heute sind eher zielorientierte Schüler*innen an der Schule, wir haben das Semi eher besucht aus Interesse. Früher habe ich unsere Schülerschaft sehr politisch erlebt, wir haben sehr viel diskutiert, waren sehr kritisch und haben auch Sachen organisiert. Ich erlebe unsere Schülerschaft als weniger politisch, obwohl man Sagen muss das die Klimaaktionen etwas bewegt haben und die Schüler*innen ein wenig politisiert hat.»


Haben sie früher in der letzten Reihe gesessen? Wenn ja, haben Sie Dummheiten gemacht?


M. Steiger und R. Jäger lachen beide und sagen: «Ja, beides, aber mehr in der letzten Reihe gesessen als Dummheiten gemacht.»


Haben sie schon einmal eine Strafstunde bekommen?

M. Steiger: «Strafstunden gab es bei uns noch gar nicht so richtig. Aber ich weiss noch, dass ich einmal aufs Rektorat zitiert wurde und dort antraben musste. Das ist etwa vergleichbar mit einer Strafstunde.»


R. Jäger: «Ich habe einmal eine Strafstunde bekommen. Ich musste nachsitzen bei meinem Geschichtslehrer, Herrn Durrer. Leider weiss ich nicht mehr, weshalb und was ich tun musste.»


Was halten Sie von Digitalisierung? Wie beurteilen Sie diese?


R. Tschanz: «Die Digitalisierung abstrahiert zunehmend Alltägliches, so dass wir zwar über viel mehr ein bisschen etwas wissen, es aber nicht oder viel zu wenig mit uns in Zusammenhang bringen. Man schaut einen Film oder liest über etwas, statt es selbst zu erleben. Ich bin froh, dass unser Sportunterricht analog bleiben muss, weil er sonst absurd wird. Die Zielorientierung der Schüler*innen und die zunehmende Digitalisierung haben gemäss meiner Erfahrung leider eine ungünstige Wechselwirkung: Man lernt lernzielgesteuert und zweckorientiert für die Prüfung, nur um nachher vieles wieder zu vergessen. Wissen wird somit nicht vernetzt oder verinnerlicht, sondern bleibt ein Fremdkörper. So wie das Handy für viele Leute zum externen Gehirn wird, werden Inhalte ausgelagert und entpersonalisiert. Ohne Strom verliert das Handy massiv an Wert, weil es dann nur noch ein Gerät ist. Und Wissen macht nur Sinn, wenn es uns jederzeit zur Verfügung steht und uns in den verschiedensten Situationen weiterhelfen kann. Nur so kommen wir von der Theorie in die Praxis und vom Wunsch zur Wirklichkeit.»


M. Steiger: «Sie hat sicher gute Aspekte und schlechte Aspekte. Ohne Papier geht es nicht, das Tablet ist eine gute Ergänzung, aber nur digital ist für mich keine Option.»


R. Jäger: «Die Frage ist welche Arbeit sollte uns die Digitalisierung abnehmen? Selbstverständlich ist sie ein Vorteil, denn sie nimmt uns viele mühsame Arbeit ab. Die Infos, die man weltweit austauschen kann, ist sehr toll. Wir haben Zugang zu Bildern und Videos. Es ist eine riesige Chance, doch es ist schwierig, Relevantes herauszufiltern, sodass wir überfordert sind mit dem, was wir alles vor uns haben.»


F. Baumann: «Sinnvoll eingesetzt ist sie sehr praktisch. Digitale Medien sollten aber immer der Vermittlung der Bildung nützen und kein Selbstzweck sein. Ich finde vor allem das Internet nützlich und ein unglaublicher Wissensschatz.»


Was hat sich für Sie persönlich geändert von früher zu heute?


M. Steiger: «Klar war es ruhiger früher mit den kleineren Klassen. Für mich ist es eine wichtige Qualität einer Schule, wenn sie kleiner ist. Man sollte sich gegenseitig kennen, dann fühlt man sich wohler und lernt auch leichter. Aber das zusätzliche Untergymi ist ein wichtiger Bestandteil der Schule. Auch das ist eine Qualitätsfrage.»


R. Jäger: « Es ist zwar toll, dass wir viele neue Schüler*innen haben, und auch das Untergymi, aber die Klassen haben eindeutig zu viele Schüler. Wir hatten 18er Klassen, dies war ein Vorteil, denn so hatte man mehr Chance, um sich mündlich zu melden.»


R. Tschanz: «Unser Fokus verschiebt sich von der zwischenmenschlichen zur globalen Wahrnehmung. Man kennt viele News und Details aus der ganzen Welt, kann damit aber nichts anfangen. Darf ich mein Sandwich geniessen, wenn andere Hunger leiden? Bin ich ein besserer Mensch, wenn ich an eine Solidaritätsdemo für eine mir unbekannte Person gehe? Gleichzeitig verpasst man Veränderungen in nächster Umgebung und kann darum nicht adäquat darauf reagieren, obwohl das Hier und Jetzt die einzige Möglichkeit bietet, um wirklich zu handeln.

Aus diesem Grund wünsche ich mir mehr lokale Gegenwart, gefüllt mit Emotionen: Zeit mit leibhaftigen Freunden zu verbringen, etwas unternehmen, sich zusammen ärgern oder freuen, lachen oder weinen, Grenzen ausloten, Gegensätze kennenlernen, auf die Nase fallen und wieder aufstehen, sich kritisieren, aber auch ermutigen und mit viel Humor immer weitermachen. Dies führt zu realen Herausforderungen mit Ergebnissen statt virtuellen Aufgaben mit willkürlichen Noten. Eigentlich alles Dinge, die zum Glück nicht digitalisiert werden können, eng mit der Natur des Menschen verknüpft, was aber leider momentan massiv erschwert ist.»


Haben sie noch alte Fotos oder Erinnerungsstücke an ihre Schulzeit? Wenn ja welche?


M. Steiger: «Ich habe wahrscheinlich schon ein paar Fotos und Zeugnisse, aber nicht so viele. Heute hätte man viel mehr Fotos. Man konnte die Fotos vom Klassenlager bestellen. Aber insgesamt habe ich wohl nur etwa 30-40 Fotos.»


R. Jäger: «Ich werde schon irgendwo Fotos haben, aber nur sehr wenige. Das ist auch wieder mit der Digitalisierung, heute hätte man viel mehr Fotos als früher. Man muss das Foto machen, den Film entwickeln und die noch aufbewahren.»


Was ist ihre schönste, welches Ihre peinlichste Erinnerung an ihre Schulzeit?


R. Jäger: «Eine ganz schöne Erinnerung ist die Maturreise nach Korsika, auf der wir wunderschöne gregorianische Gesänge gehört haben in einer Kirche. Wir haben unter freiem Himmel am Meer übernachtet. Daran erinnere ich mich sehr gerne. Peinliche ist die Erinnerung daran, dass ich einmal die französischen Vokabeln nicht gelernt habe - und alle meine Klassenkammeraden begonnen haben, die Tische auseinanderzuschieben, und auf meine Frage, was los sei, haben sie gesagt es gibt eine Prüfung. Die Baracken hatten jeweils zwei Türen, eine erste in einen Vorraum und dann die zweite ins Klassenzimmer. Als ich die Französischlehrerin habe kommen sehen und sie durch die erste Tür hineingekommen ist, habe ich mein Zeug auf den Tisch geschmissen und bin aus dem Fenster geflüchtet, weil ich keinen anderen Ausweg mehr wusste.»


Tamara Martullo (2c)

46 Ansichten