«Ey, Schiri! Was söll das?!?»

Aktualisiert: 20. Nov 2019


Schon als die beiden Ehemaligen das erste Spiel anpfiffen, wurde klar: Die diesjährige Fussballnacht würde ein voller Erfolg werden. Einen Sechstklässler erinnerte die Stimmung sogar an die Weltmeisterschaft 2014. Samira (6d)


Eine Reihe Schüler sitzt längs der Hallenwand entlang und beobachtet gebannt, wie sich die Spieler auf dem Feld vor ihnen über den buntgestreiften Hallenboden den Fussball zuspielen. Gerade dribbelt ein Erstklässler flink an seinem beinahe doppelt so grossen Gegner vorbei. Doch wie aus dem Nichts schiesst eine neue Gegenspielerin im Ronaldo-Shirt auf ihn zu und luchst ihm den Ball ab. Es folgen laute Protestrufe von der Ersatzbank, während von der gegenüberliegenden Hallenwand lautes Jubeln zu vernehmen ist: „Nice one*, Bro!“

Wir befinden uns an der Fussballnacht 2019 - bereits das dritte Jahr in Folge - und während für viele Küsnachter das Wochenende schon längst begonnen hat, jagen Fussballbegeisterte aus allen Klassen in der Heslihalle Seite an Seite mit Lehrern dem ledernen Ball nach. „Fussball macht Spass mit Kollegen und viel anderes hatte ich sowieso nicht vor“, antwortet einer der Spieler, der gerade Pause hat, auf die Frage, warum er seinen Freitagabend genau an der Fussballnacht verbringt.

„Das beste an der Fussballnacht finde ich, dass ich mit Herrn Truog im Team bin!“, witzelt ein kleiner Erstklässler mit schelmischen Grinsen, als der Deutschlehrer gerade vorbeigeht. Schon als die beiden Ehemaligen das erste Spiel anpfiffen, war klar: Die diesjährige Fussballnacht würde ein voller Erfolg werden. An Motivation und Teamgeist fehlte es in keiner Mannschaft. Alle machten engagiert mit und auch die Kleinsten fanden ihren Platz im ganzen Trubel. „Ich bin sehr zufrieden mit der Fussballnacht bis jetzt“, erklärt Rony, der Organisator des Anlasses, mit einem zuversichtlichen Lächeln, „Wenn man vom Eli absieht, der blutüberströmt zu mir kam, weil er in die Sprossenwand gerannt ist, hatten wir praktisch keine Verletzungen und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung der Ehemaligen, die hier als Schiedsrichter mithelfen.“

Auch der Ehemalige Joel Eisenschmied ist anwesend. Er hätte 2017 die Fussballnacht als Teil seiner Maturaarbeit gegründet, da er davon überzeugt sei, dass es an der Kantonsschule Küsnacht genügend viele Fussballspieler gäbe und dass die Durchmischung der verschiedenen Jahrgängen und Klassen in den Teams zu einem interessanten Austausch zwischen sonst unbekannten Schüler und Schülerinnen führen würde. Anders als bei der Volleyballnacht müssen sich Spieler und Spielerinnen für die Fussballnacht nämlich einzeln anmelden und dabei ihr Spielniveau angeben. Anschliessend werden sie möglichst gleichmässig auf die einzelnen Teams verteilt. Wenn es zu den Namen der Teams kommt, waren der Kreativität der Organisatoren keine Grenzen gesetzt. Bereits im ersten Spiel schlug «Stiftung Wadentest» das Team «Sturm der Liebe» 5:4 und das Team «Real Litätsverlust» hatte den Sieg in der ersten Runde besonders der leidenschaftlichen Fanbase zu verdanken, welche vor allem in der kleinen Halle mit allen Mitteln die Platzspieler anfeuerte und für aufgelöste Stimmung sorgte. „Die Stimmung erinnert schon etwas an das Weltmeisterschaftstournier 2014“, ruft ein Sechstklässler über das laute Jubeln der Zuschauer hinweg und ist im nächsten Augenblick direkt wieder vom Geschehen auf dem Spielfeld abgelenkt, denn ein Gegenspieler kann gerade noch knapp vor dem Tor den Schuss einer Spielerin unmittelbar vor ihren Füssen abbremsen. „Ey, Schiri! Was söll das?!?“

Während in der kleinen Turnhalle unter den Zuschauern lebendige Stimmung herrscht, wird in der gegenüberliegenden Halle jedes Spiel mit höchster Konzentration verfolgt. Immer wieder verwickeln sich die Spieler in intensive Zweikämpfe um den Ball und die Anzahl Torschüsse beider Mannschaften liegen selten weit auseinander, sodass jeder und jede Anwesende direkt in den Bann gezogen wird und ebenfalls mitfiebern möchte. Trotz dem Ehrgeiz scheint es allen Spielern grossen Spass gemacht zu haben. „Alle haben fair gespielt, es gab kaum Fouls und wenn der Ball mal hinters Goal geht, drückt man als Schiri natürlich gerne mal ein Auge zu“, erzählt einer der beiden Schiedsrichter nachdem auch noch die letzten beiden Teams ihren Wettstreit beendet haben.

Gewonnen hat schlussendlich das Team „Lucky Punch“ mit den Spieler/innen Vivian (6c), Moritz (2b), Linda (4b), Gabriel (4b), Markus (4e), Timothy (6c) und Yan Din (6a). Doch niemandem schien es wirklich um die Resultate zu gehen, alle genossen die gemeinsame Zeit ausserhalb des Schulalltags, ohne sich gegenseitig grossen Leistungsstress zu machen. „Wir haben alles verloren, das war mein heutiger Höhepunkt!“, scherzt ein Spieler des Verliererteams «Work hard, play hard!» und seine Mannschaftskameraden stimmen in sein Lachen mit ein. Auch die Schüler und Schülerinnen, die nur als Publikum erschienen sind, scheinen äusserst zufrieden mit dem Abend: „Es lohnt sich dabei zu sein, egal ob als Zuschauer oder als Spieler!“


*zensierte Version

Während die Spieler der übrigen Mannschaften am Rande des Spielfeldes gebannt das Spiel mitverfolgen, ringen auf dem Platz vor ihnen die beiden gegnerischen Teams um den erhofften Sieg.

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KKNews

Schülerzeitung der Kantonsschule Küsnacht