Küsnachter Seminarreben

Die Weinreben neben der KKN, sie stehen einfach da und einmal im Jahr darf man zusehen, wie ein paar Leute kommen, und die ganzen Trauben einsammeln und mitnehmen. Manchmal darf man sogar mitmachen. Darf man manchmal ein paar Trauben naschen? Was ist speziell an den Seminarreben? Wird auch etwas anderes als Wein hergestellt? Diese - und mehr - Fragen werden vom Pächter persönlich geantwortet!


Am 1. Januar 2014 wurden die Seminarreben, die bis dahin vom Rebmeister Franz Müller bewirtschaftet wurden, den die Kantonsschule Küsnacht bis zur seiner Pension angestellt hatte, an Diederik (meist Didi genannt) und Patricia Michel verpachtet, und sie machten sich an die Arbeit. Etappenweise haben sie alle zwei Jahre viele verschiedene Piwi-Sorten angepflanzt, oder “robuste Traubensorten”, wie Didi sie nennt, welche die Namen Sauvignac, Muscaris, Solaris, Souvignier Gris, Cabernet Blanc und Divico tragen. Das Spezielle an diesen Sorten ist, dass sie sehr resistent sind und nur einmal im Jahr mit Insektiziden besprüht werden müssen.


Didi Michel mit den Weintrauben (Quelle: Patrick Gutenberg | Zürichsee Zeitung)
Didi Michel mit den Weintrauben (Quelle: Patrick Gutenberg | Zürichsee Zeitung)

Ich hatte die Gelegenheit mit Didi Michel ein Interview zu führen.


Haben Sie etwas Spezielles geplant mit den Trauben der Seminarreben?


(Lange Pause) Nein, eigentlich nicht, aber dafür ist es Küsnachter Wein, nicht nur irgendein Schweizer Wein! Und momentan werden die Trauben auch mit dem Wein von Giesshübel gemischt. Bei den früheren Besitzern gab es mal «Seminarwein», aber ich mische die Trauben noch mit anderen. Vielleicht in der Zukunft wieder...

Wieso haben Sie “robuste Traubensorten” (Piwi-Trauben) angepflanzt?


Ich muss nicht so oft Spritzen, was für viele gesünder ist, denn die Reben sind ja in der Nähe vom Gelände der Kantonsschule und auch anderer Wohnhäuser. Und zudem habe ich mehr Zeit für Anderes.

Werden Sie sich je überlegen, auch “kinderfreundliche” Getränke wie Traubensaft oder Kindersekt zu verkaufen?


Wir haben bei den Reben am Giesshübel Holunder, da machen wir Holunderblütensirup draus, und bei den Seminarreben hat es bei den Bänken Kornelkirschen, da machen wir manchmal Konfi daraus. Aber andere kinderfreundliche Produkte sind nicht geplant. Aber man weiss ja nie…

Eine Klasse an unserer Schule hat mal mitgeholfen: Welche Klasse war das? Würden Sie das nochmals machen? War die Klasse hilfreich? Wie war das für Sie?


Es ist eine grosse Tradition, das jedes Jahr eine oder zwei vierte Klassen bei der Ernte mithelfen. Es ist immer speziell mit den vierten Klasse! Die Klassen sind sehr hilfreich und die Atmosphäre ist meistens gut! Nur die Konzentration ist manchmal schwierig, weil es eine sehr lange Arbeit ist. Aber generell geht alles super! (Red.: Drittklässler, nächstes Jahr seid ihr dran!)


Was planen Sie für die Zukunft mit den Seminarreben?


Nichts Spezielles eigentlich, ich möchte einfach weiter guten Wein machen… Obwohl, wir haben neuerdings Hagelnetze montiert, und sie haben schon die Trauben vor einem Hagelsturm geschützt. Aber das liegt ja in der Vergangenheit.

Sollten wir als Schüler*innen etwas verbessern (z.B. weniger Müll an dem grossen Sitzplatz in der Mitte der Reben hinterlassen?)


Von dem träume ich Nachts manchmal… Aber ich habe mit Herrn Althaus geredet, und es scheint so, als seien es weniger die Schüler*innen, die den ganzen Müll produzieren, sondern mehr Leute, die nachts oder am Wochenende kommen. Aber es wäre trotzdem schön, wenn ihr als Schule weniger Müll dort lassen würdet!

Dürfen wir manchmal eine oder zwei Trauben naschen?


Wenn jeder der Tausend (Red.: 564) Schüler*innen eine Traube naschen würde, gäbe es keine Trauben mehr, aus welchen ich Wein machen kann… (Kommentar der Redaktion: Keine gute Idee, macht es nicht!)


Vielen Dank für das Interview, Herr Michel!


Julian Brasse (2a)

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