Verbesserte Sprachkenntnisse und mehr Selbständigkeit: Drei Austauschschüler/innen im Gespräch 1

Aktualisiert: 21. Nov 2019


Hast du dir auch schon mal überlegt, einen Auslandaufenthalt zu machen? Silvan (16), Selma (18) und Mirja (18) haben diese Entscheidung bereits getroffen und haben alle drei in einem anderen Sprachraum ihren Aufenthalt gemacht. Wir haben die drei Austauschschüler/innen interviewt und sie nach ihren Erlebnissen gefragt. Berra (6d) & Maya (4a)



Silvan befindet sich zum Zeitpunkt des Interviews in Gandhinagar und erzählt uns von seinem ereignisreichen Alltag als Austauschschüler in Indien.

An welchem Ort verbringst du deinen Auslandaufenthalt und für wie lange bist du dort?

Ich lebe momentan in Indien, genauer gesagt in Gandhinagar. Das liegt im Bundesstaat Gujarat.

Ich bin für 10 Monate hier, sage aber immer für ein Jahr, weil das besser klingt.


Wie bist du auf die Idee gekommen ein Auslandjahr zu machen?

Meine Mutter hat davon geträumt. Da habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, war der Idee aber noch abgeneigt. Doch mit der Zeit hat sich der Gedanke immer mehr in meinem Kopf festgesetzt und irgendwann habe ich mich doch dazu entschlossen.


Wie und warum hast du dich für die Destination entschieden?

Ich habe auf der AFS-Webseite die Angebote angeschaut und mir gefiel Indien. Ich wollte eine andere Kultur erleben, nichts Westliches. Indien hat da genau gepasst.


Was waren deine ersten Gedanken und Eindrücke als du angekommen bist?

Ein paar meiner ersten Eindrücke waren, dass Inder und Inderinnen laut reden, gestört fahren, Salz in Süssgetränke mischen und dass der Gestank von Kot in Schüben kommt. (lacht)


Hast du eine Situation erlebt, die dir geblieben ist?

Es gab auf jeden Fall viele bleibende Situationen. Spontan denke ich an einen Sonntagabend, als wir in den Tempel gingen. Es war der Geburtstag von Ganesh, einem indischen Gott. Als die Zeremonie losging strömten alle in den Tempel hinein. Es war sehr voll, eng und enorm laut. Jemand sang über Lautsprecher und etwa zehn Trommelspieler spielten leidenschaftlich. Alle paar Minuten riefen sie aus voller Inbrunst „Hey!“. Sie schrien sich die Seele aus dem Leib. Ich war überrascht, dass sich so junge Leute voll und ganz der Religion hingeben können. Ich wollte ein Video davon machen, doch sofort sagte mir einer von ihnen, ich solle mein Handy wegstecken.

Es war eine grosse Energie im Raum, ein wenig beängstigend. Wenn jemand diese Energie für Falsches nutzt, kommt es böse, dachte ich mir. Nach der Feier erhielten alle eine Süssigkeit aus Nüssen, danach gingen wir nach Hause.


Was sind die grössten kulturellen und schulischen Unterschiede zwischen Indien und der Schweiz?

Mir ist aufgefallen, dass sich Inder und Inderinnen unter Europäer und Amerikaner stellen. Überhaupt verdient man sich Anerkennung viel weniger und schwieriger, man bekommt sie aufgrund von Alter und Position.

Jeden Tag trinke ich Chai und esse viele Rotis. In der Schule tragen wir alle eine Uniform und jeden Morgen gibt es ein Assembly, in dem wir unter anderem die Nationalhymne singen. Es sind ungefähr 60 Schüler und Schülerinnen in einer Klasse.

Ich dusche mich nur mit einem Becher und habe kein eigenes Zimmer.

Aber natürlich lebe ich nur in einer Familie in Gandhinagar, wie kann ich da über ein ganzes Land berichten.

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