Verbesserte Sprachkenntnisse und mehr Selbständigkeit: Drei Austauschschüler/innen im Gespräch 2

Aktualisiert: 21. Nov 2019

Hast du dir auch schon mal überlegt, einen Auslandaufenthalt zu machen? Silvan (16), Selma (18) und Mirja (18) haben diese Entscheidung bereits getroffen und haben alle drei in einem anderen Sprachraum ihren Aufenthalt gemacht. Wir haben die drei Austauschschüler/innen interviewt und sie nach ihren Erlebnissen gefragt. Berra (6d) & Maya (4a)



Selma Schneider ist inzwischen wieder von ihrem Romandie-Aufenthalt in die Kantonsschule Küsnacht zurückgekehrt. Während ihrem Aufenthalt hat sie nicht nur sprachlich profitiert, sondern ist auch selbständiger geworden und konnte ihr Selbstbewusstsein stärken.


Wann, beziehungsweise wo, hast du deinen Austausch gemacht?

Im zweiten Semester der 4. Klasse war ich für ein halbes Jahr in Lausanne.

Es ist also schon eine Weile her.


Wie bist du auf die Idee gekommen einen Austauschaufenthalt zu machen?

Meine Cousine hat mir davon berichtet und fand es toll. Ich selber mag Sprachen sehr gerne. Französisch war praktisch, weil man dazu auch gerade in der Schweiz bleiben kann.


Warum hast du dich für die Destination entschieden?

Zuerst habe ich Englisch als Sprache ausgeschlossen, da ich das schon relativ gut kann. Danach dachte ich an Spanisch, jedoch sind Auslandsaufenthalte sehr teuer. Als ich dann hörte, dass man auch einen Austausch in der Schweiz mit Französisch machen kann, kam das gerade gelegen.


Was waren deine Erwartungen bevor du gegangen bist?

Sicher die Sprache besser zu lernen, neue Leute kennenzulernen und selbständiger zu werden. Ich fand es auch cool an eine komplett neue Schule zu gehen, an der mich noch niemand kannte.


Wie war der Bewerbungsprozess und was musstest du alles im Voraus machen?

Das war etwas kompliziert... Ich musste eine Art Bewerbungsbrief schreiben, in dem ich mich vorstellte und über mich erzählte. Die Gastfamiliensuche war schwierig, da unsere Schule ein wenig spät war. Ich habe schon gedacht, dass ich doch nicht gehen könnte. Schliesslich wurde dann doch eine Familie für mich gefunden. Da deren Tochter schon einen Austausch gemacht hatte, kam diese nicht zu meiner Familie, wie vorgesehen, während ich in Lausanne war.


Wie war dein neues Leben in Lausanne, mit der Gastfamilie und der Schule?

Ich hatte eine sehr nette Gastschwester, welche ein Jahr älter war, eine Gastmutter und einen kolumbianischen Gastvater. Es war zuerst sehr ungewohnt, alleine in einer fremden Familie zu sein.

In der Schule wurde ich ein Jahr höher eingestuft und kam dort auch gut mit. Ausserdem wurde ich erstaunlich schnell in der neuen Klasse aufgenommen.


Hatte es an deiner Schule auch noch andere Austauschschüler?

Nicht in der gleichen Klasse, aber an der gleichen Schule schon, auch jemanden den ich auch kannte.


Musstest du in der Familie immer nur Französisch sprechen, oder konnten sie auch Deutsch?

Die Mutter konnte zwar schon Deutsch, aber ich sprach mit allen Französisch.


Konntest du deine Sprachkentnisse verbessern?

Ja, auf jeden Fall. Ich verstehe Französisch viel besser und kann mich nun sehr gut ausdrücken. Natürlich nicht perfekt und mit kleinen Fehlern, aber alles, was ich sagen möchte, kann ich auch sagen.


Hast du während deines Romandie-Aufenthaltes eine interessante oder lustige Geschichte erlebt?

Anfangs sprachen alle Englisch mit mir, was ja nicht der Sinn der Sache war, weil ich Französisch lernen wollte. Ausserdem war ihr Englisch etwa so gut wie mein Französisch zu dieser Zeit. Aber sie wechselten nach einer Weile doch noch zu Französisch.


Hattest du teilweise auch Schwierigkeiten?

Einen Monat bevor ich nach Hause gehen sollte, traf ich meine Familie. Danach hatte ich ziemlich Heimweh. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich sie getroffen hatte. Also ist es eher nicht zu empfehlen, von Verwandten und Freunden besucht zu werden.


Wie war die Rückkehr nach Zürich für dich?

Am Anfang war es ein komisches Gefühl, doch nach ein paar Tagen war alles wieder wie zuvor. Ich war erleichtert und froh, dass in der Klasse alle wieder Deutsch sprachen. Auch wenn ich Französisch mit der Zeit sehr gut verstanden habe, musste ich mich immer sehr stark konzentrieren. Auf einmal war es wieder so einfach, mich mit allen zu verständigen.


Hast du heute immer noch Kontakt zu deiner Gastfamilie und Freunden, die du in Lausanne hattest?

Meiner Gastschwester schreibe ich von Zeit zu Zeit, doch mit den Eltern habe ich keinen richtigen Kontakt mehr. Zwei Freundinnen haben mich sogar hier besucht, doch jetzt gratuliere ich ihnen gerade noch zum Geburtstag, mehr nicht.


Hast du bei deinem Austausch auch von etwas anderem profitieren können als von der Sprache?

Ich bin viel selbständiger geworden. Ausserdem wird man selbstsicherer wenn man weiss, dass man ganz alleine an einen Ort gehen kann, an dem man niemanden kennt.

Man sollte sich vor einem Austauschaufenthalt einfach nicht zu viele Gedanken machen; es ist toll und irgendwann lebt man sich immer ein.

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KKNews

Schülerzeitung der Kantonsschule Küsnacht