Verbesserte Sprachkenntnisse und mehr Selbständigkeit: Drei Austauschschüler/innen im Gespräch 3

Aktualisiert: 21. Nov 2019

Hast du dir auch schon mal überlegt, einen Auslandaufenthalt zu machen? Silvan (16), Selma (18) und Mirja (18) haben diese Entscheidung bereits getroffen und haben alle drei in einem anderen Sprachraum ihren Aufenthalt gemacht. Wir haben die drei Austauschschüler/innen interviewt und sie nach ihren Erlebnissen gefragt. Berra (6d) & Maya (4a)


Auch Mirja Salgo (17) ist von ihrem Aufenthalt in Irland wieder

zurückgekehrt und wird nächstes Jahr voraussichtlich das Gymi mit der Matura abschliessen.


Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Austausch zu machen?

Ich wusste vom Angebot der Schule und dachte, dass es etwas für mich sein könnte. Ich finde andere Kulturen interessant und wollte eine Auszeit vom normalen Leben nehmen, denn ich war allgemein sehr unmotiviert. Ich wollte weg und eine Sprache dabei zu lernen, ist immer gut.


Warum hast du dich für diese Destination entschieden?

Ich wollte nicht in ein französischsprachiges Land und da ich sonst keine andere Sprache spreche, habe ich mich für Englisch entschieden. Da gibt es einige Möglichkeiten, aber sobald man außerhalb von Europa ist, steigen die Preise. Deshalb war die Wahl England oder Irland. Schlussendlich habe ich mich für Irland entschieden, weil es billiger ist.


Was waren deine Erwartungen?

Ich hatte nur wenige Erwartungen und wollte keine haben, denn sonst hätte mich sicher etwas enttäuscht. Ehrlich gesagt wusste ich auch nicht, was ich erwarten sollte, denn ich war noch nie für eine lange Zeit von zuhause entfernt. Ich habe mich einfach gefreut, aber hatte auch ein wenig Angst, dass ich nicht schnell genug aufgenommen werden würde.


Wie war dein neues Leben?

Ich habe es sehr schön gefunden. Es war anders als zuhause. Meine Gastfamilie und ich waren keine Familienmitglieder, sondern Mitbewohner. Wir hatten es trotzdem gut untereinander. Bei meinen Freunden, welche ebenfalls Austauschschüler waren, war es genau gleich. Nur wenige meiner Freunde waren von Irland. Dank meinem Aufenthalt habe ich neue internationale Freundschaften geschlossen.


Was hat dich überrascht oder schockiert?

Das ist ein wenig stereotypisch, aber Iren sind extrem laut. In der Mensa konnte ich mich selbst nicht hören und brauchte eine Weile bis ich mich an die Lautstärke gewöhnt hatte.

Die Esskultur war auch seltsam. Unter der Woche gab es so um 16:00 „Dinner“. Sonst musste man selber schauen, ob und was man isst.


Hast du interessante Anekdoten aus deiner Zeit im Austausch?

Einmal sind wir mit dem ÖV über Dublin nach Belfast gereist. Wir waren stundenlang unterwegs. Während dem Rückweg mussten wir zwei Stunden auf einen Bus warten. Was jedoch schön war, ist, dass wir mit den Menschen, die auf den gleichen Bus wollten wie wir, etwas trinken gingen. So konnte ich noch mehr Leute kennenlernen und Neues lernen.


Hattest du Schwierigkeiten? Wie hast du diese gelöst?

Ich musste ein neues Leben aufbauen und Freunde suchen. Am Anfang ist man oft alleine. Dies hat mich zwar nicht sehr gestört, aber man fühlt sich doch ein wenig einsam. Da muss man durchhalten, Mut sammeln und unbekannte Menschen ansprechen.


Hattest du Heimweh?

Heimweh war nicht ein großes Problem. Natürlich habe ich meine Eltern und Freunde vermisst, aber ich hatte eigentlich nie richtig Heimweh. Ich habe fast nie mit meinen Eltern telefoniert, was mir sicher geholfen hat.


Wie war das Zurückkommen für dich?

Ich war traurig, denn ich musste mich von meinen Freunden trennen und wusste, dass ich die meisten nie wieder sehen würde. Trotzdem habe ich mich auf mein Zuhause, meine Eltern und meine Freunde gefreut. Den ganzen Rückflug hatte ich ein seltsames Gefühl, denn nach zwei Stunden fliegen würde wieder ein neues Leben anfangen.


Wie hast du von deinem Austausch profitiert?

Ich bin selbstständiger geworden und gehe nun auf Menschen zu. Ich glaube, dass umso mehr Kulturen man kennt, desto offener wird man. Man lernt Menschen so zu akzeptieren wie sie sind.


Tipps!

Mein Tipp ist, dass du keine großen Erwartungen haben solltest. Versuche auch unbedingt schon vom ersten Tag an Freunde zu finden.


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